
Anders als du und ich (§ 175)
PRODUKTION: ARCA- FlLM
REGIE: VEIT HARLAN
Buch : Felix Lützkendorf, nach einer Idee von Robert Pilchowski • Bild : Kurt Grigoleit Musik : Erwin Halletz • Bau : Gabriel Pellon und Hans Auffenberg • Produktionsleitung : Helmuth Volmer • Aufnahmeleitung : Herbert Junghans, Fritz W. Schlüter • Regieassistenz : Frank Win-terstein • Schnitt: Walter Wischniewsky • Ton : Hans Endrulat • Kostümberatung : Trude Ulrich Fotos: Michael Marszalek, Brigitte Dittner
DARSTELLER:
Christa Teichmann......Paula Wessely
Dir. Werner Teichmann ... Paul Dahlke
Klaus Teichmann........Christian Wolff
Gerda Böttcher............Ingrid Stenn
Max Mertens.............Hans Nielsen
Dr. Boris Winkler.......Friedrich Joloff
Frau Glatz...............Hilde Körber
Manfred Glatz............GünterTheil
Verteidig. Dr. Schwarz .Herbert Hübner Staatsanwalt... Siegfried Schürenberg
Gerichtspräsident...........Otto Graf
Kommissar................Paul Esser
Dr. Schmidt........Kurt Vespermann
Jugendpsychologe......Hans Schumm
ferner: Heinz Lingen, Susanne Paschen, Peter Nijinskij
Aufgenom, im ARCA-Filmstudio. Berlin
VERLEIH:
Constantin-Film
Auf das höchste beunruhigt sind Bankdirektor Teichmann und seine Frau Christa, weil sich ihr Sohn Klaus, Primaner eines Gymnasiums, mehr und mehr von ihnen zurückzieht — und seine eigenen Wege geht. Sie haben den berechtigten Verdacht, daß Klaus in homosexuelle Kreise geraten ist; aber der Junge weicht allen diesbezüglichen Fragen aus. — Mit Bestürzung müssen die Eltern nach einiger Zeit tatsächlich feststellen, daß Klaus in dem ästhetisierenden Kreis um den Antiquitätenhändler Dr. Boris Winkler verkehrt, der zwar als kultiviert und geistvoll gilt, über dessen abwegige Veranlagung aber viel gemunkelt wird.
Die Eltern Teichmanns befragen einen Arzt und einen Jugendpsychologen, die ihnen raten, Geduld zu haben und im übrigen darauf zu hoffen, daß durch einen glücklichen Zufall — vielleicht durch die verständnisvolle Liebe einer Frau — die normale Entwicklung doch noch einsetzen wird, da Klaus zweifellos mehr in geistiger als in körperlicher Hinsicht zu den neuen Freunden tendiert. Frau Christa glaubt, den Hoffnungen des Arztes ein wenig nachhelfen zu müssen. Sie hat längst bemerkt, daß die Haustochter Gerda, mit der sie eine herzliche Freundschaft verbindet, heimlich in Klaus verliebt ist. Mit halben Andeutungen läßt sie durchblicken, daß sie es begrüßen würde, wenn das junge Mäd- . chen Klaus nicht nur für sich gewinnen, sondern dem jungen auch den eindeutigen Beweis Ihrer Liebe geben würde.
Durch eine plötzliche Reise der Teichmanns wird Gerdas indirekter Auftrag unerwartet erleichtert. Sie kann Klaus ihre Zuneigung deutlich machen, der plötzlich wie aus einem bösen Traum erwachend, ihrem mädchenhaften Zauber verfällt.
Inzwischen aber hat Herr Teichmann ohne Wissen seiner Frau bei der Staatsanwaltschaft Strafanzeige gegen Dr. Winkler wegen Verführung Minderjähriger erstattet. Es werden entsprechende Untersuchungen gegen Winkler eingeleitet.
Wuterfüllt über die Anzeige und zugleich enttäuscht über Klaus, der sich in seiner neuen, heftigen Liebe zu Gerda von den alten Freunden völlig gelöst hat, schlägt Dr. Winkler mit den gleichen Waffen zurück: Er erstattet Anzeige gegen Christa Teichmann wegen Kuppelei nach den Paragraphen 180/181. Der Staatsanwalt muß dieser Anklage nachgehen, zumal es sich hier um die Verkuppelung einer Abhängigen, der Haustochter, handelt.
Christa Teichmann ist fassungslos als sie erfährt, daß sie sich nach dem Gesetz tatsächlich dieses Vergehens strafbar gemacht hat. Erst während der Gerichtsverhandlung selbst begreift sie, daß sie schuldig ist, obwohl nur tiefe mütterliche Sorge sie zu diesem Schritt getrieben hat, für den auch das Gericht weltgehend menschliches Verständnis findet. Das Urteil lautet auf Mindeststrafe von sechs Monaten Gefängnis mit Bewährungsfrist. Und während Winkler, im Begriff zu fliehen, verhaftet wird, hilft das Bewußtsein, ihren Sohn aus einer bösen Gefahr errettet zu haben, Christa Teichmann über ihre Verfehlung und deren Bestrafung hinweg.
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